Australien Studium Erfahrungsberichte
Jörg Leuser, Deakin University, Bachelor of Computing (Honours), 2006
Deakin University, Burwood Campus, Melbourne (VIC)
Bachelor of Computing (Honours)
February to November 2006
Vorbereitungen
Während ich in Deutschland an einem Diplom in Medieninformatik studiert habe studiere ich hier in Australien an einem Bachelor of Computing (Honours). Das Konzept eines Honours-Kurses gibt es in Deutschland nicht und das war einer der Gründe, weshalb es gut war, mit Prof. Keedy über ein Studium in Australien zu reden.
In mehreren Gesprächen half er mir, den passenden Abschluss an der passenden Hochschule zu wählen. In meinem Fall war es möglich, dass die Deakin University in Melbourne meine sechs Semester im deutschen Diplomstudiengang als ein Bachelor-Äquivalent anerkannt hat, was Voraussetzung für das Honours Studium ist. Für mich war diese Anerkennung äußerst bequem: Nachdem ich mich für den Honours-Kurs entschieden hatte musste ich nur noch einen Nachweis meiner Studienergebnisse aus Deutschland an Prof. Keedy weiterreichen der sich dann um die Übersetzung und Anerkennung gekümmert hat. Auch der benötigte Englisch-Test konnte ohne großen Aufwand über ihn abgewickelt werden.
Mit einer offiziellen Bestätigung durch die australische Universität konnte ich problemlos online ein elektronisches Visum für Australien besorgen. Bezahlt habe ich per Kreditkarte und hatte nach weniger als einem Tag die Bestätigung für das Visum.
Auf nach Australien
Deakin University ist gut auf internationale Studenten vorbereitet. Sollte man sich entscheiden, hier in Australien nach einem Zimmer zu suchen anstatt auf dem Campus zu leben, so bietet die Uni an, einen am Flughafen abzuholen und für die ersten Tage in einem Zimmer unterzubringen. Dieses Angebot habe ich dankend angenommen und muss sagen, dass dies nur zu empfehlen ist. Direkt im Flughafen wird man von Studenten begrüßt, die einen dann zu der temporären Unterkunft bringen. Man braucht sich keine Gedanken zu machen, wo denn die Uni genau liegt und wie man da am besten vom Flughafen hinkommt. Das reduziert den Stress deutlich. Hilfreiche Tipps wie "Wo kauft man am Besten ein" oder "Welcher Handy-Anbieter hat normalerweise die besten Angebote" gab es auf der Fahrt ebenfalls.
Die Wohnungssuche wird von der Universität - bzw. dem Studentenwerk Äquivalent DUSA (Deakin University Student Association) - ebenfalls sehr gut unterstützt. DUSA führt Listen mit Zimmern mit detaillierten Beschreibungen der Kosten, Einrichtung und beinhalteten Dingen. Extrem angenehm ist dann, dass DUSA sogar Besichtigungen mit den Vermietern organisiert und einen zu den verschiedenen Grundstücken bringt.
Insofern kann man in relativ kurzer Zeit mögliche Zimmer ansehen. Durch diese außergewöhnliche Hilfe konnte ich innerhalb von drei Tagen ein Zimmer finden und beziehen.
Weiterhin bietet die Uni dann verschiedene Treffen an, bei denen andere internationale Studenten einem bei den ersten Schritten in Australien unter die Arme greifen. Sie helfen einem beispielsweise ein Konto zu eröffnen und geben Tipps zum Öffentlichen Nahverkehr.
Alles in Allem kann man sagen, es wird versucht einem die Umstellung so einfach und stressfrei wie möglich zu machen. Sehr angenehm war einerseits, dass die Australier normalerweise äußerst freundlich sind und man nicht der einzige internationale Student ist, der sich erst einmal an ein neues Land gewöhnen muss.
Studieren in Australien ist anders
Während ich die eigentlichen Vorlesungen in Australien nicht sonderlich anstrengend fand, waren die begleitenden Dinge umso aufwändiger: Assignments. Assignments sind Aufgaben, die man während des Semesters zu erledigen hat. Dies können einerseits Programmieraufgaben sein oder aber auch Berichte, die zu schreiben sind. Diese Assignments sind alle ziemlich groß und zeitaufwändig. So ist es bei den Programmieraufgaben zum Beispiel üblich, dass ganze Programme mit ausgefeilter Bedienoberfläche gefordert werden. Die Berichte, die abzuliefern sind haben meist genaue Wortangaben (z.B. 2000 Wörter). Zumindest Deakin legt außerordentlichen Wert auf korrekte Zitate: Neben dem verständlicher Weise nicht akzeptierten plagiieren wird ein ganz bestimmter Zitierstil gefordert, der einzuhalten ist - ansonsten droht Punktabzug.
Für den Honours-Abschluss wird hier eine Abschlussarbeit ähnlich einer Diplomarbeit verlangt. An dieser Abschlussarbeit wird während des kompletten Honours-Jahres gearbeitet. Diese Abschlussarbeit war dann auch die erste Herausforderung, die ich in Australien hatte. Während alle anderen Honours-Studenten hier bereits ihren Bachelor-Abschluss gemacht hatten und daher alle möglichen Betreuer kannten, kannte ich keinen den Betreuer. Außerdem haben die anderen Bereits gleich nach Ende des letzten Semesters im November letzten Jahres begonnen, ein Thema zu wählen und erste Forschungen betrieben. Insofern war ich gleich zu Beginn etwas im Hintertreffen. Inzwischen (zwei Monate vor der Abgabe) sieht es jetzt allerdings so aus, als ob ich mindestens Gleichauf mit den anderen bin.
Hilfreich bei all dem Studieren ist, dass alle sehr hilfsbereit sind. Es ist kein Problem, bei den Dozenten vorbeizugehen und Fragen zu stellen. Die Uni-Bibliothek ist ebenfalls hilfreich: Für die Forschung stehen neben den Büchern auch eine große Zahl an Datenbanken bereit. Einige Quellen für meine Forschung waren nicht direkt in der Bibliothek verfügbar, doch die Bibliothekare helfen dabei schnell und kompetent, die Quelle zu organisieren.
Freizeit
Ein guter Weg, viele andere Studenten kennenzulernen ist die Teilnahme an organisierten Trips. An der Deakin University werden die Trips von DUSA organisiert. Die Trips sind vergleichsweise günstig und bringen einen an viele Plätze. Einen Trip, den ich nur empfehlen kann ist ein Trip nach Zentral-Australien.
Internet
Eine Besonderheit gibt es mit dem Internet hier in Australien. So was wie eine Flat-Rate ist nicht üblich. Die meisten Breitband-Anschlüsse haben eine Volumenbeschränkung – wenn das Volumen überschritten wird, wird die Geschwindigkeit auf Dial-Up Niveau reduziert. Insbesondere bei geteiltem Internetzugang in einer WG kann das zu einigen Umstellungsproblemen führen...
Geld
Von Studenten, die schon in Australien studiert haben, habe ich einige Tipps zu Geld bekommen, die ich sehr hilfreich fand und finde: Die Deutsche Bank bietet ihren Kunden an, Bargeld bei ihrer australischen Partnerbank "Westpac" gebührenfrei vom Bankautomaten zu bekommen. Dies ist ein geschickter und kostengünstiger Weg an Bargeld in Australien zu kommen. Westpac Filialen gibt es eine ganze Menge sodass es eigentlich kein Problem darstellt, sein Geld in Deutschland zu lassen und nur bei Bedarf abzuheben - oder aber es auf diesem Weg kostengünstig auf ein australisches Bankkonto zu transferieren.
Die Postbank dagegen hat vergleichsweise günstige Konditionen bei Geldtransfers zu Westpac Konten. Da sowohl Deutsche Bank als auch Postbank ihre jeweiligen Konten kostenlos für Studenten anbieten, kann es sich durchaus lohnen, Konten bei beiden Banken zu haben.
Die Zeit in Australien verlängern - Stipendien für einen PhD
Gegen Ende des zweiten Semesters hier in Australien wurde ich von Prof. Keedy angesprochen ob ich denn nicht versuchen wolle, mich für ein Stipendium für einen PhD-Studiengang an der Monash University zu bewerben - selbstverständlich mit seiner Unterstützung. Nachdem ich meine Zeit hier in Australien sehr genossen habe und nach dem Erreichen des Honours Abschlusses die Voraussetzungen für ein PhD-Studium hätte, habe ich mich auf den anstrengenden Weg gemacht, mich für Stipendien an der Monash University zu bewerben.
Formelle Dinge
Möglicher Supervisor
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