Mark Poguntke, Monash Uni, Bachelor of Information Technology and Systems (Hons), 2007

Monash University (Melbourne, Berwick Campus)

Honours Degree of Bachelor of Information Technology and Systems

2007


Vorbereitung: Wie alles begann ...

Motivation

Bereits Anfang 2006 wandte ich mich unverbindlich an Prof. Keedy, um die ersten generellen Fragen zu klären, woraufhin ich von ihm umfangreiche und informative Materialien über die verschiedenen Möglichkeiten, insbesondere der Möglichkeit, einen Abschluss in Australien zu erlangen, erhielt. Ziemlich bald wuchs der Ehrgeiz in mir und zwei weiteren Ulmer Kommilitonen, das sogenannte Honours Jahr gemeinsam zu erreichen, wofür ein guter Bachelorabschluss benötigt wird. Dieses zusätzliche Jahr beinhaltet zur einen Hälfte eine Forschungsarbeit und zur anderen Lehrveranstaltungen und ist in Australien oft der erste Schritt zum Promotionsstudium oder eine Zusatzqualifikation, die bei Arbeitgebern geschätzt wird. Für mich war es die ideale Möglichkeit, die Auslandserfahrung im mich faszinierenden Kontinent Australien mit entscheidenden Studiumsfortschritten zu verknüpfen. Die grundsätzlich gute Möglichkeit, Leistungen anerkennen zu lassen, wurde uns im Voraus vom Prüfungsausschuss bestätigt.

Hilfe von Prof. Keedy

Da ich nicht im Bachelorstudiengang studierte, war Prof. Keedy eine große Hilfe, die ersten sechs Semester meines Diplomstudiums als äquivalent zum Bachelor anerkennen zu lassen. Ebenso konnte er mir die erforderlichen Englischkenntnisse attestieren. Die Uni meiner Wahl war Monash, der Campus Berwick, da dort gute Möglichkeiten für Multimedia bestehen. Die Anrechnung als Bachelor-Äquivalenz hat problemlos geklappt, nachdem ich mich bis November 2006 nochmals rangehalten hatte, die erforderlichen Leistungen zu erbringen.


Visum

Noch vor Weihnachten hatte ich die Aufnahmebestätigung mit Zahlungsaufforderung im Briefkasten, um mich durch die Überweisung der Studiengebühren einzuschreiben. Finanziert habe ich den Aufenthalt durch eine Mischung aus Erspartem, Bildungskredit (staatlicher Kredit) und privatem Kredit. Mit der darauf folgenden elektronischen Einschreibebestätigung (CoE, Confirmation of Enrolment) konnte ich dann online auf den Seiten der Einwanderungsbehörde Australiens (http://www.immi.gov.au/students/index.htm) mein Visum beantragen, was problemlos und schnell funktionierte.

Der Start in Australien

Flug und erste Unterkunft

Anfang Februar ging es los. Zuvor hatten wir eine günstige Unterkunft (Melaleuca Lodge in Beaconsfield, einem Nachbarort von Berwick), zunächst für eine Woche, sowie den kostenlosen von Monash organisierten Abholdienst vom Flughafen gebucht.
Flug und Abholung haben problemlos geklappt und die Unterkunft hat sich als wirklich gut für einen angenehmen Start herausgestellt. Schade war, dass der Flughafen-Abholdienst keinerlei Informationen von und über Monash parat hatte, sondern einfach nur für die Fahrt verantwortlich war. So mussten wir auf eigene Faust den Campus finden und dort weitere Informationen holen. Gleich am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zum Campus, konnten zwar noch nicht rein, da Sonntag war, aber wenigstens einen Blick von außen riskieren. Der Berwick Campus ist klein und relativ neu und machte von Anfang an einen guten Eindruck.

Orientierung am Campus

In der folgenden Woche fanden Einschreibung, Kennenlernen der Fakultät, Mitarbeiter und Studenten statt, die sogenannte O-Week. Wir wurden sehr herzlich in Berwick aufgenommen, allerdings mussten wir zunächst sehr viel alleine organisieren. Neben Einleben und Wohnungssuche kam etwa noch hinzu, dass Themen für die Forschungsarbeiten gefunden werden mussten. Am letzten Wochenende vor Studiumsbeginn fand ein Wochenende für die neuen Studenten in einer Lodge in Sorrento, einem Ferienort bei Melbourne, statt. Dieses sogenannte „O-Week Camp“ kann ich nur empfehlen, um etwas zu entspannen, viele neue Leute kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen, bevor es mit dem Studentenalltag losgeht.

Langfristige Unterkunft

Mittlerweile hatten wir eine vorübergehende Unterkunft in einer Familie gefunden, die uns auch bei der weiteren Suche nach einer Wohnung half. Wir durchforsteten täglich die „For lease/rent“ Anzeigen der zahlreich vorhandenen Immobilienmakler. Kurze Zeit später, insgesamt nach 3 Wochen in Australien, hatten wir ein passendes Haus gefunden, das in Uni-Nähe lag und genau die richtige Größe hatte. Tipp für die Haussuche: Es kann helfen, ein paar Dollar mehr zu bieten, um deutlich zu machen, dass man das Haus will, 5 oder 10 Dollar die Woche mehr sollten ausreichen. Ebenso zeigt man Willen und Mittel, wenn man Miete im Voraus anbieten kann, etwa die ersten 3 Monate vorab.

Australischer Studiumsalltag

Umstellung von Gewohnheiten

Die ersten Einbußen mussten wir beim Internetzugang machen. Waren wir Ulmer noch verwöhnt vom universitären Fest- und Funknetz ohne große Einschränkungen, so waren wir bei Monash mit einigen krassen Limits konfrontiert, wie etwa nur 1 GB Transfervolumen pro Semester und der fehlenden Möglichkeit, FTP-Clients oder gar eigene E-Mail Clients zu benutzen. Doch daran gewöhnten wir uns.

Honours lab

Abgesehen vom studentischen Internetlimit war die Ausrüstung, Einrichtung und Betreuung an der Uni top. Jeder der Honours Studenten bekam auch einen eigenen Rechner im Honours Computer Lab zugeteilt. Insgesamt waren wir 6 Honours Studenten. Die Arbeitsatmosphäre war sehr angenehm und mit den anderen knüpften wir bald gute Kontakte. Das Honours Lab wurde schnell zum „Büro“, in dem wir fachliche und private Gespräche unter den Honours Studenten führten, unsere Projekte planten (wir hatten ein großes Whiteboard), Bücher und Magazine lagerten und uns auch zwischendurch ablenken konnten.

Vorlesungen

Die Vorlesungen an Monash waren größtenteils ähnlich wie von Ulm gewohnt, wobei es natürlich bessere und schlechte gab. Insgesamt sind die Lehrveranstaltungen allerdings mit einem deutlich höheren praktischen Eigenanteil verbunden, es gibt meist mehrere größere Übungsblätter, die in der Regel alle benotet werden. Wer also erfolgreich abschließen will, muss nicht nur die Klausur am Ende des Semesters, sondern eben auch die Hausarbeiten während des Semesters überstehen. Manche Vorlesungen haben auch gar keine Klausur, dafür ein sehr großes Projekt begleitend zur Vorlesung. Insgesamt hat mir das System gut gefallen, und da ich ausreichend Zeit und Arbeit investiert habe, habe ich, so denke ich, auch davon profitiert.

Honours thesis

Daneben gab es immer die Honours thesis. Im ersten Semester hören alle Honours Studenten dazu die Pflichtvorlesung IT Research methods, die einen Überblick über unterschiedliche Arten der Forschung gibt. Außerdem waren über beide Semester wöchentlich Treffen mit dem Betreuer vorgesehen. Insgesamt war ich damit auch zufrieden, vor allem da in Berwick eigentlich immer jemand ein offenes Ohr für Fragen oder Wünsche hatte.
Als Tipp für das Honours Jahr an diejenigen, die wie ich noch kein eng umrissenes Thema nach Australien mitbringen, sondern es erst finden und eingrenzen müssen: Ich bin gut damit gefahren, im ersten Semester bereits 3 der 4 Lehrveranstaltungen zu absolvieren, um im zweiten Semester mehr Zeit für die Thesis zu haben.
Insgesamt hat mir das Studienjahr, insbesondere das Planen des Honours Projektes und Schreiben der Thesis, sehr gut gefallen und ich schätze es als wertvolle Erfahrung ein.

Zurück in Deutschland: Anrechnung der Leistungen

Geprüfte Vorlesungen als Diplomteilprüfungen

Meine deutsche Uni, die Universität Ulm, ist gut auf Leistungen aus Australien vorbereitet. Es gibt im Prüfungsausschuss eine Umrechnungstabelle für die Noten, die nach meinen Erfahrungen weitestgehend gerecht ist. Ich konnte alle in Australien gehörten und geprüften Vorlesungen als Diplomteilprüfungen in Ulm anrechnen.

Honours thesis als Diplomarbeit

Darüber hinaus wurde mir die Honours thesis nach Durchsicht eines vom Prüfungsausschuss bestimmten Professors als Diplomarbeit anerkannt. Der beauftragte Professor musste dazu in einem Schreiben die Äquivalenz einer Diplomarbeit bzgl. Niveau und Thema bestätigen. Dies lief sehr unbürokratisch und schnell.
Insgesamt hat sich der in Australien investierte Arbeitsaufwand also in vollem Umfang gelohnt.

Nützliche Tipps und Besonderheiten

Geldgeschäfte

Den Tipp mit der Deutschen Bank will ich nur kurz wiederholen: Ein Konto bei der deutschen Bank ist für Studenten kostenlos und erlaubt es, bei der australischen Partnerbank Westpac ohne Gebühren Geld abzuheben. Das Konto bei Westpac selbst ist ebenfalls kostenlos für Studenten.

Bus und Bahn

Bus und Bahn fahren geht tatsächlich, allerdings darf man sich auf nichts und niemanden verlassen. „Gut gefahren“ mit den Bussen bin ich damit, die Bezeichnung der Haltestelle, an der ich raus wollte, vorher mitsamt Lageplan auszudrucken. Es kann nämlich passieren, das der Busfahrer die Namen der Haltestellen nicht kennt. Auf www.metlinkmelbourne.com.au gibt es Fahrplaninformationen. Bahn fahren geht da schon besser, solange man sein Ticket immer schön entwertet. Kontrolleure sind nämlich häufig anzutreffen. Für internationale Studierende gibt es übrigens keine Ermäßigung im Staate Victoria!

Strom, Wasser, Telefon, Internet

Wenn man in ein eigenes Haus zieht, hilft einem die Firma DirectConnect, alles in einem Zuge anzuschließen. Ist sehr bequem, kostet nichts extra und man erspart sich das Stöbern im Tarifedschungel. Einfach beim Makler nachfragen, ist oft auch schon im Mietvertrag bzw. in den Unterlagen erwähnt. Internet war bei unserem Haus schwierig, da wir in einem Neubaugebiet wohnten, wo entsprechende Leitungen fehlten. Daher hatten wir leider nur analoge Verbindung, da aber immerhin ne Flatrate… Hier ggf. vorher nachfragen, was möglich ist, wenn man die Wahl hat.
Um nach Deutschland zu telefonieren, gibt es günstige Prepaid-Callingcards. Diese beinhalten eine lokale Nummer, die man zum Ortstarif (etwa 30c pro Anruf, keine Zeitbeschränkung) anrufen kann und sich von dort weiter nach Deutschland verbinden kann über das vorher gekaufte Guthaben (<5c pro Minute). Hört sich komisch an, ist aber ganz einfach  Callingcards gibt es bei der Post und häufig auch bei Kiosken und Milkbars.

Neben dem Studiumsalltag…

Für Sporttreiber seien die Angebote von TeamMonash empfohlen. Neben regulären Sportangeboten und Fitnessstudio (allerdings muss man dazu nach Clayton oder Caulfield, in Berwick gibt es aber immerhin einen kleinen Fitnessraum sowie Fußball- und Beach-Volleyballfeld, Tennis- und Basketballplatz) gibt es eine Menge großer Events, wie Teilnahme am Melbourne Run und Marathon, Schwimmwettbewerb in der Port Philip Bay und ähnliches. Ebenso lohnt es sich, die Angebote der studentischen Clubs zu studieren. Es gibt jede Menge Ausflüge und Veranstaltungen unterschiedlicher Arten.
Für Wochenendtrips von Melbourne aus lohnen sich die Great Ocean Road, die Grampians, Wilsons Promontory. Alles herrliche National Parks, für die man mal zwei bis drei Tage während des Semesters oder durchaus auch mehr in der Semesterpause einplanen kann. Wunderschön fand ich den 90km Great Ocean Walk. Wer gerne wandert und zu sonst nicht zugänglichen, herrlichen Landschaften an der Küste gelangen möchte, wird seine Freude daran haben, entweder den ganzen oder Teile des Walks zu unternehmen. Melbourne selbst hat natürlich auch jede Menge Abwechslung zu bieten. Empfehlen für ein bisschen Geschichte kann ich das Immigration Museum. Kneipen und Bars gibt es jede Menge, zum Beispiel rund um die Flinders Street, an den Docklands oder in St. Kilda. Für einen schönen Blick über die City kann ich außerdem einen Gang zum Rialto Tower Observation Deck ans Herz legen. Am besten ne Stunde vor Sonnenuntergang rauf und bis nach Sonnenuntergang bleiben. Baden geht am St. Kilda Beach oder zum Beispiel am für die bunten Badehäuschen bekannten Brighton Beach. Der nächste Strand von Berwick aus ist Frankston (zumindest mit dem Auto, ca. 25 Minuten Fahrt), der den Stränden in der City eigentlich in nichts nachsteht.

Für alles, was ich vergessen habe zu erwähnen, konkretere Fragen und mehr Tipps und Erfahrungen (z.B. Reiseerfahrungen), meldet Euch gerne.

Homepage: www.pogiland.de